Trascrizione
Diese Repräsentationsräume wurden erst nach dem Tod des Ehemanns von Isabella d’Este bezogen und von der Markgräfin mit einem eigenen Dekorationsprogramm umgestaltet. Es gibt keine direkte Verbindung zwischen den hier ausgestellten Skulpturen und ihrer Sammlung. Die Exponate bezeugen aber ihren, in das aufgeregte kulturelle Klima des frühen 16. Jahrhunderts eingebetteten Wunsch, Werke aus der klassischen Antike, die ihrer Sammlungsstrategie nicht entsprachen, zu limitieren und zu assimilieren.
Fast alle Stücke, die sie hier sehen, stammen aus dem Museo Statuario del Palazzo degli Studi, das sich im Besitz der Stadt Mantua befindet. Im 18. Jahrhundert wurde dort ein großer Teil der Skulpturensammlung von Vespasiano Gonzaga, dem Herzog von Sabbioneta, zusammengetragen.
Im oberen Teil der ersten beiden Räume kann man, auch wenn diese nicht vollständig erhalten sind, monochrome Friese im antiken Stil erkennen. Diese tragen Symbole der Familie Gonzaga und der Markgräfin. Der folgende Raum weist Spuren eines Frieses aus dem frühen 15. Jahrhundert mit heraldischen Abzeichen auf.
Der bedeutendste Raum dieses Wohnbereichs ist die so genannte Sala Grande oder Sala Imperiale, der kaiserliche Saal. Die in Stuck ausgeführte Dekoration entstand in den 30er Jahren des 16. Jahrhunderts in der Werkstatt von Giulio Romano. Auf den Wänden befinden sich Medaillons mit eleganten Figuren nach dem Vorbild römischen Kameen und Münzen. Den Kamin verziert ein antikes Relief, das im Stil des 16. Jahrhunderts integriert wurde. Im Zentrum des Raums steht der sogenannte Apoll von Mantua – eine römische Skulptur aus dem ersten Jahrhundert und damit ein symbolträchtiges Werk des im 18. Jahrhundert eingerichteten städtischen Museo Statuario.