Trascrizione
Diese Galerie besteht aus vier aufeinanderfolgenden Räumen, die in den Jahren 1594 und 1595 entstanden sind. Die Bezeichnung „Galerie der Metamorphosen“ leitet sich von den Motiven aus Ovids „Metamorphosen“ im Deckengewölbe ab. Die Räume wurden als idealer Aufbewahrungsort für die eklektische und naturwissenschaftliche Sammlung des Hofs entworfen. Die Raumdekoration überträgt das von den Objekten der Sammlung repräsentierte Konzept der Verwandlung von Materie auf eine mythische Ebene.
Eines der merkwürdigsten Exponate ist der mumifizierte Körper von Rinaldo Bonacolsi, genannt „Il Passerino“, der 1328 während des bewaffneten Aufstands, der in Mantua zur Machtergreifung der Gonzaga führte, getötet wurde. Deshalb wurde die Galerie ab der Mitte des 17. Jahrhunderts auch „Galleria del Passerino“ genannt.
Die von Vincenzo I initiierte und später von Ferdinando neu ausgerichtete naturwissenschaftliche Sammlung war in vier Bereiche unterteilt: Bodenschätze wie Mineralien und Fossilien, Fundstücke aus den Meeren wie Korallen oder Muscheln, Objekte aus Amerika einschließlich seltener Pflanzen und Kuriositäten aus der Tierwelt. Die heute hier ausgestellten Exponate erinnern an die gemäß den Inventarlisten und den historischen Beschreibungen ursprünglich in diesen Räumen aufbewahrten Stücke.
Von der Galerie aus blickt man auf den weitläufigen Giardino dei Semplici – den Garten der Heilkräuter –, der der im späten 15. Jahrhundert angelegt worden war und im frühen 17. Jahrhundert von Zenobio Bocchi im Auftrag von Vincenzo I Gonzaga radikal umgestaltet wurde. Die Gliederung in vier Quadranten, die in Pflanzenbeete unterteilt sind, übernimmt den ursprünglichen Entwurf, während die aromatischen Gewürze, Heilkräuter und verzehrbaren Pflanzen jenen Arten entsprechen, die 1625 hier dokumentiert wurden.