La collezione Freddi

Trascrizione

Sie befinden sich jetzt in Räumen, die im Verlauf der Geschichte mehrfach umgebaut wurden und ihr aktuelles Aussehen Arbeiten verdanken, die 1549 anlässlich der Hochzeit zwischen Francesco III und Katherina von Österreich durchgeführt wurden.

Der erste Raum wird aufgrund der doppelten Darstellung der strahlenden Sonne – des Symbols der Gonzaga – im Mittelpunkt des mit pflanzlichen Elementen verzierten Deckengewölbes auch „camera dei Soli“ oder „Raum der Sonnen“ genannt. Von hier aus betreten Sie die camera di Mezzo oder den mittleren Raum mit einem Portal aus schwarzem Feinsteinzeug und einem Tonnengewölbe, das ein vorgetäuschtes architektonisches Gerippe und farbige pflanzliche Motive schmücken. Der folgende Raum trägt den Namen „delle Cappe“ – dem alten italienischen Wort für Muscheln – aufgrund der über dem Kranzgesims dargestellten Elemente. Weiter oben auf der Decke befinden sich Medaillons, die den vier Elementen gewidmet sind.

Die in diesen Räumen ausgestellten Arbeiten gehören zur Sammlung des römischen Unternehmers Romano Freddi, der – in Anlehnung an die Tradition und die Vielzahl der Interessen der Familie Gonzaga – in Mantua Objekte unterschiedlicher Epochen und Gattungen gesammelt hatte, wie Gemälde, Fayencen, Skulpturen und Waffen. Wir laden Sie dazu ein, unter den Stücken der Sammlung zwei Arbeiten, die eng mit den Werkaufträgen der Gonzaga verbunden sind, näher zu betrachten: Eine nach Entwürfen von Giulio Romano gestaltete Bildtafel mit dem Titel Jupiter, Neptun und Pluto teilen die drei Königreiche untereinander auf, die möglicherweise für das Appartamento di Troia im Herzogspalast entstanden ist, und ein Portrait von Francesco IV Gonzaga, dem Erstgeborenen des Herzogs Vincenzo I – ein Fragment aus dem eindrucksvollen Altarbild der Heiligen Dreifaltigkeit von Pieter Paul Rubens, das heute im Salone degli Arcieri im Herzogspalast hängt.

Zur Sammlung gehört auch das wichtige Werk Die Mystische Hochzeit der Hl. Katharina von Alexandrien aus einem Fresco aus der im 14. Jahrhundert erbauten Cappella Bonacolsi, die von den Gonzaga nach der eigenen Machtübernahme im Jahr 1328 umgestaltet worden war.

Von der Sala delle Cappe gelangt man zu den Räumen der Grotte und dem Arbeitszimmer von Isabella d’Este, die im letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts erbaut wurden. Diese Privaträume und Rückzugsorte wurden als Aufbewahrungsort der wertvollen Sammlungen von Kunst und Antiquitäten der Markgräfin, die schon damals als wichtiger kultureller Bezugspunkt für italienische und europäischen Höfe geschätzt war, berühmt.