La sala dei Fiumi

Trascrizione

Dieser Raum wurde um 1579 erbaut. Er diente als Speisesaal und war ursprünglich eine auf den naheliegenden Dachgarten ausgerichtete Loggia.

Das aktuelle Erscheinungsbild ist allerdings weitgehend auf die in den Jahren 1773 und 1775 vorgenommenen Interventionen zurückzuführen, als die Corte Vecchia des Herzogspalasts der österreichischen Verwaltung als Residenz diente. Die in Form einer Gartenlaube ausgeführte Wand- und Deckendekoration und die bildliche Darstellung von Flüssen aus dem Umfeld Mantuas sind das Werk von Gaetàno Crèvola und Giorgio Ansèlmi.

Ab 1773 gestaltete Crèvola die architektonisch-dekorativen Grundformern des Raums. 1775 wurde die Darstellung der Flüsse auf den Wänden sowie die Gestaltung des Deckengewölbes dem aus Verona stammenden Giorgio Anselmi und damit einem der prominentesten Künstler seiner Zeit anvertraut. Anselmi dekorierte in den darauffolgenden Jahren auch die Kuppel der Basilica di Sant’Andrèa.

Im Deckengewölbe illustriert der Maler die Episode von „Phaeton, der seinen Vater Apollon um den Sonnenwagen bittet“. Um dieses zentrale Motiv sind, als Verweis auf den Lauf der Zeit, die Horen sowie, weiter unten und von hinten gesehen, Saturn dargestellt. 

Auf den Stirnseiten der „Galerie der Flüsse“ befinden sich zwei Grotten: Diejenige in der Nähe des Eingangs entstand um frühen 17. Jahrhundert und zeigt die Waffen der Gonzaga, die andere scheint eine Imitation aus dem späten 18. Jahrhundert zu sein und trägt das Wappen Napoleons. Indem fiktive Stalaktiten mit natürlichen Muscheln und anderen Tropfsteinen gemischt werden, sprechen beide „Grotten“ ein Thema an, das in der Kultur des 16. Jahrhunderts sehr verbreitet war: Die Imitation der Natur durch die Kunst.

Vor diesem Saal befindet sich – 12 Meter über der Piazza Sordello – ein Dachgarten. Dessen faszinierende Erscheinung wurde 1588 sehr gut von Lodovìco Arrivabène beschrieben: „Dieser in der Luft schwebende Garten, ein wahres Wunder, voll von aus fernen Ländern hierher gebrachten Kräutern und Pflanzen (ist) von wunderbarer Anmut und Tugend“.