La sala dello Zodiaco

Trascrizione

Sie befinden sich hier in der „Sala dello Zodìaco“ oder im Saal der Tierkreiszeichen. Diese Bezeichnung ist seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts in Gebrauch, als Mantua zum französischen Herrschaftsgebiet gehörte. 

Unter dem Kranzgesims sehen Sie Dekorationen aus den Jahren 1812 bis 1814: Die neo-ägyptischen vertikalen Wandverstärkungen mit Basreliefs aus Bronze imitierendem Stuck stellen napoleonische Allegorien dar.

Im Deckengewölbe befindet sich ein Gemälde von Lorènzo Costa il Giòvane und seinen Mitarbeitern, das um 1580 und damit noch in der Regierungszeit der Gonzaga entstanden ist. Vor einem blauen Nachthimmel ist der Wagen der Diana zwischen den Sternbildern der Tierkreiszeichen abgebildet.

Im Zentrum sehen Sie Astraea – eine heidnische Gottheit, die mit der Hand auf das als Haar der Berenike bezeichnete Sternbild zeigt – und die Königin der Jagd Diana auf ihrem von Hunden gezogenen Wagen.

Die Interpretation dieser komplexen Darstellung der Tierkreiszeichen muss die Tatsache berücksichtigen, dass der zentrale Teil mit dem perspektivisch verkleinerten Portrait der Diana und der teilweisen Darstellung der Astrea einer Restauration zugeschrieben werden können, die der Maler Giovànni Cadiòli um 1755 durchgeführt hat.

Bemerkenswert ist, dass die mächtige Figur der Astrea in der Antike dem Tierkreiszeichen der Jungfrau zugeordnet war, dem auch Guglielmo Gonzaga angehörte, der die Deckenbemalung in Auftrag gegeben hatte und diesen Raum auch bewohnte.

Um diese zentrale Gruppe sind Abbildungen weiterer Tierkreiszeichen angeordnet wie Zwillinge, Krebs oder Waage. Deren Positionierung muss von einem gelehrten Humanisten am herzoglichen Hof festgelegt worden sein. Die Aufmerksamkeit für Horoskope war in der Renaissance in den gebildeten Schichten an der Tagesordnung: Entscheidungen über die Festlegung von Hochzeitstagen, den Beginn von Kriegen, die Realisierung von Geschäftsvorhaben oder den Bau von Schlössern und Kirchen konnten von komplexen astrologischen Berechnungen abhängen.

Die Gemälde sind keine Fresken. Es handelt sich hier um Ölfarben, die auf den Putz des aus geflochtenem Schilfrohr und Gips erbauten Gewölbes aufgetragen wurden.