Trascrizione
Ursprünglich war dieser Raum eine sich zum Innenhof sich öffnende Lòggia und der Teil des um 1600 von Vincenzo I in Auftrag gegebenen Appartamènto Ducàle. Aus der Loggia wurde in den folgenden Jahren ein „logion serato“ oder ein geschlossener Raum, der als Gemäldegalerie diente. Die malerische Dekoration entstand um 1618 – also in der Regierungszeit des Herzogs Ferdinando Gonzaga – und besteht im Deckengewölbe aus drei großen Bildern. Das zentrale Werk stellt die Götter des Olymp dar, die Bilder rechts und links zeigen den Himmelswagen des Tages und den Himmelswagen der Nacht.
Gemalt hat diese Bilder eine heterogene Künstlergruppe. Im Bogenfeld auf der Stirnseite der Wand in Richtung der Sala degli Arcieri sehen Sie das Fresco „Apollon und die Musen“. Das Werk stammt von einem Mitarbeiter von Antonio Maria Viàni. Dieser war vom Ende des 16. Jahrhunderts bis 1630 als Verwaltungsbeamter für die Werkstätten und als Koordinator für die künstlerischen Unternehmungen der Gonzaga verantwortlich.
Auf der gegenüberliegenden Stirnseite sehen Sie die „Freien Künste‘“. 1618 schuf der bayerische Maler Carlo Santner, ein Enkel und Schüler Vianis, dieses Werk. Die Arbeit eines deutschen Künstlers belegt die Weltoffenheit am damaligen Hof in Mantua.
Die Malerei auf den Bogenfeldern auf der den Fenstern gegenüberliegenden Seite stammt von Jàcopo Borbòne, einem Künstler aus der Emilia Romàgna. Von rechts nach links werden die folgenden Allegorien dargestellt: Beredsamkeit, Güte, Unsterblichkeit, Vernunft, Großmut, Freundlichkeit und Großzügigkeit.
Die drei Bildtafeln im grandiosen Gewölbe des Raums können mit großer Wahrscheinlichkeit Schülern von Guido Reni zugeschrieben werden, der von Ferdinando Gonzaga an den Hof geholt worden war. So dürfte Francesco Gèssi der Maler des „nächtlichen Himmelswagens“ an der Nordseite und Giangiàcomo Semènti der Autor des zentralen „Rats der Götter“ gewesen sein. Der Maler des „Sonnenwagens“ an der Südseite ist unbekannt.
1630 erlebte die Stadt Mantua eine dramatische Erschütterung. Komplexe dynastische und politische Ereignisse brachten den Krieg und die Pest bis in die Prunksäle der Schlossanlage, die, wie auch die Stadt selbst, von den Landsknechten des deutschen Kaisers verwüstet wurde. Drei Jahre zuvor hatte Herzog Carlo I Gonzaga auf der verzweifelten Suche nach finanziellen Einkünften viele der in den Jahrhunderten zuvor im Herzogspalast zusammengeführten Kunstschätze verkauft, darunter auch die Gemäldesammlung.
1779 – als die Herrschaft der Gonzaga schon seit Jahrzehnten beendet war – leitete die Habsburger Regierung, die Mantua damals verwaltete, eine radikale Veränderung dieser Galerie und anderer Räumlichkeiten ein. Hier sollten aufwändig gestaltete Repräsentationsräume entstehen. Die Wände wurde im klassischen Stil von Giocondo Albertòlli gestaltet, der die elegante vertikale Wandverstärkung, die vergoldeten Stuckarbeiten und die Wandspiegel entwarf, denen der Raum heute seinen Namen verdankt.