Die "Heiligen Dreieinigkeit" von Rubens

Trascrizione

Die große Sala degli Arcièri – der Saal der Bogenschützen – beherbergt die Glanzstücke in der Pinakothek des Herzogspalasts.

Unter diesen Gemälden ragt ein großes Bild von Pieter Paul Rubens heraus, dass die „Familie Gonzaga bei der Anbetung der Heiligen Dreieinigkeit“ zeigt. Dieses Meisterwerk weist bereits den Weg in das Zeitalter des Barock. Rubens gelingt es hier, eine fließende Pinselführung mit venezianischen Einflüssen mit einer virtuosen Komposition, wie sie in der römischen Kultur üblich war, sowie mit Zitaten und Verweisen auf andere bedeutende Arbeiten zu kombinieren.

Das Werk entstand 1605 für die Jesuitenkirche der Heiligen Dreieinigkeit gemeinsam mit den seitlich angebrachten Bildern „Die Taufe Christi“ und „Transfiguration“, die heute in Museen in Antwerpen und Nancy verwahrt werden. Vinzenzo I Gonzaga hatte dieses meisterhafte Triptychon zu Ehren seiner Mutter Eleonora von Österreich und seines Vaters Guglielmo Gonzaga in Auftrag gegeben.

1797 und 1801 entwendeten französische Truppen die „Taufe“ und die „Transfiguration“, aber auch das zentrale Element wurde zum Objekt eines versuchten Raubs. Ein General ließ die Leinwand in zwei horizontale Streifen zerschneiden, um sie aus der Kirche bringen zu können. Einige Bildelemente wie die Portraits an den Rändern wurden herausgeschnitten, um daraus eigenständige Bilder zu machen. Das kuriose Patchwork, das wir heute sehen, ist das Ergebnis des Versuchs, die übrig gebliebenen Teile erneut zusammenzufügen. Leider ist vieles verloren gegangen, vor allem an den linken und rechten Bildrändern.

Im Vordergrund des Gemäldes sieht man Vincenzo I und dessen Ehefrau Eleonòra de’ Mèdici bei der Anbetung der Dreieinigkeit gemeinsam mit Vincenzos verstorbenen Eltern Guglielmo und Eleonora von Österreich, die im Hintergrund abgebildet sind.

Die Dreieinigkeit wird als ein von Engeln gehaltener fliegender Wandbehang dargestellt, der den Mitgliedern der Familie Gonzaga zur Verehrung präsentiert wird. Die Portraits der Kinder – die Jungen wurden links, die Mädchen rechts abgebildet – befinden sich heute in privaten Sammlungen und europäischen Museen.

2015 erhielt das Museum das Portrait von Francesco V als Leihgabe, das links ausgestellt ist. Das angrenzende Bildfragment mit dem Hellebardier wurde dem Museum von Alessàndro Contìni Bonacòssi 1934 geschenkt, während das Hündchen auf der rechten Seite seit 1936 im Depot des Musèo di Castelvècchio in Verona untergebracht ist.