La stanza del Labirinto

Trascrizione

Wir befinden uns hier in der Corte Vecchia und damit – um es präziser zu sagen – in den Wohnräumen des Herzogs, die Vincenzo I um 1600 errichten ließ.

Die Deckendekoration verlieh diesem Raum seinen Namen. Das Motto „forse che sì forse che no” oder ”vielleicht ja, vielleicht nein“, das die Irrwege dieses Labyrinth durchzieht, stammt aus dem Text eines schlichten populären Liebeslieds von Marchètto Cara, das 1504 in Venedig publiziert wurde. Der zentrale Teil der Decke entstand Anfang des 16. Jahrhunderts für den Palàzzo di San Sebastiàno und wurde erst um 1600 hierhergebracht, an diesen Raum angepasst und mit einer hinzugefügten Inschrift am äußersten Rand ergänzt. Der Text erinnert an die Teilnahme des Herzogs Vincenzo Gonzaga an der 1601 erfolgten Belagerung der von den Türken besetzen ungarischen Festung Canìssa durch kaiserliche Truppen.

Die Gonzaga schätzten Labyrinthe. Sie ließen gleich mehrere Irrgärten anlegten und fügten labyrinthische Strukturen auch in andere Dekorationen ein.

Die vier großen Leinwände im oberen Teil der Wände stammen aus dem Palazzo di Miràndola der Familie Pico. 1716 brachte sie die habsburgische Verwaltung nach Mantua.

Die meisterhaften Gemälde zeigen die „Vier Zeitalter der Welt“ und entstanden um 1610. „Das goldene Zeitalter“ – das Sie auf der den Fenstern gegenüberliegenden Wand sehen  – ist ein Werk von Sante Perànda. Der Zyklus wird im Uhrzeigersinn von zwei weiteren Arbeiten von Peranda – „Das silberne Zeitalter“ und „Das bronzene Zeitalter“ – fortgesetzt und endet mit dem „Eisernen Zeitalter“ von Jacopo Palma il Giòvane.

Hier können Sie auch einige Marmorskulpturen bewundern und darunter vor allem zwei Portraits des römischen Bildhauers Lorenzo Ottòni, der in der Werkstatt des berühmten Èrcole Ferràta ausgebildet wurde und Ende des 17. Jahrhunderts tätig war. Die außergewöhnlichen Spitzen der Kleidung sind das Ergebnis einer virtuosen Bearbeitung des Marmors, der typisch ist für das Vermächtnis von Gianlorènzo Bernìni.