Trascrizione
In diesem letzten Teil der Galerie sind wichtige Werke versammelt, die von Georg von Liechtenstein, dem Fürstbischof des 14. und 15. Jahrhunderts, in Auftrag gegeben wurden. Als gebildeter Nachkomme einer alten Familie mit Wurzeln in Österreich und Mähren verdanken wir ihm die lokale Verbreitung der als internationale Gotik bekannten Hofkultur. Das berühmteste Beispiel in Trentino dafür sind die Fresken, die er für den Torre dell’Aquila (den Turm der Adler) im Schloss Buonconsiglio in Auftrag gegeben hatte.
Vielleicht kann man sogar die Entwürfe auf den Künstler des Monatszyklus zurückführen, auf dem von reisenden Prager Stickern die Geschichten des Heiligen Vigilius reproduziert wurden, welche Liechtenstein anlässlich seiner Bischofsweihe im Jahr 1390 in Auftrag gab. Die Bilder spiegeln die Ereignisse wider, die in der Passio Sancti Vigilii erzählt werden, einem Text aus dem 8. Jahrhundert, der die Ursprünge des Fürstbistums zwischen Realität und Legende beschreibt. Laut dem alten Text schickte der Papst das Buch mit der Geschichte des Heiligen Vigilius an den Kaiser, der es in eine Fahne nähen ließ, um es als gutes Omen für die bevorstehende Schlacht gegen die Barbaren zu verwenden. Nach dem Sieg beschloss der Kaiser, das Tridentiner Lehen dem Bischof von Trient als Belohnung zu geben.
Zur Bestellung von Liechtenstein gehören auch das große astförmige Kreuz oder das Prozessionskreuz aus vergoldetem Silber und das architektonische Reliquiar mit dem Bildnis des heiligen Blasius. Beide tragen zwei kleine Schilde mit dem Wappen von Trient (dem Adler) und dem Emblem der Familie Liechtenstein.