Trascrizione
Die in dieser Galerie ausgestellten liturgischen Gewänder, das heißt die kirchlichen Kleidungsstücke, sind Teil der Sammlung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom ersten Museumsdirektor, Monsignore Vincenzo Casagrande, zusammengetragen wurde. Die Sammlung ist bemerkenswert durch ihren Umfang, die Vielfalt und die Qualität der Verzierungen und umfasst eine breite Palette von Stoffen - darunter Samt, Damast, Lampas und Taft - sowie eine Vielzahl von Dekorationsmustern, welche die bedeutendsten Momente der Entwicklung der europäischen Textilproduktion vom 15. bis zum 19. Jahrhundert dokumentieren.
Es ist interessant zu bemerken, dass die Designs und Verzierungen der meisten dieser Stoffe nicht nachträglich aufgebracht wurden, wie es bei einer Stickerei der Fall wäre, sondern "in situ" entstanden sind, das heißt während des Webens an einem Webstuhl, durch den Effekt des Webens und der Farbe oder auch nur durch die Vielfalt der Verdrehung von Seiden- oder Edelmetall-Garnen wie Gold und Silber.
Diese hochwertigen Stoffe wurden nicht ausschließlich für den Klerus hergestellt, sondern wurden auch dazu verwendet, um luxuriöse Kleidungsstücke für die Aristokratie anzufertigen. Wenn die Teppiche des Clesio, die im zweiten Stock des Museums zu sehen sind, ein visuelles Musterbuch der spätmittelalterlichen Mode repräsentieren, so sind die hier ausgestellten liturgischen Gewänder ihr textiles Pendant, welches du dank der Muster entlang der linken Wand berühren kannst. Sie zeigen in chronologischer Reihenfolge angeordnet die Entwicklung der Textilkunst vom 14. bis zum 18. Jahrhundert auf, da erst im 19. Jahrhundert einige Manufakturen begannen, sich exklusiv für die Kirche auf die Herstellung von Seidengeweben zu spezialisieren.