Trascrizione
Ich lade dich ein, dich umzusehen und die Decke dieses Raumes zu betrachten, seine Fenster... anders als die von Palazzo Pretorio, der alten Bischofsresidenz, die heute einen Großteil der Sammlung des Diözesanmuseums beherbergt, gehört die Umgebung, in der du dich befindest, zum sogenannten Castelletto, einem Gebäude eingebettet zwischen dem Dom und dem Palast selbst. Ursprünglich war dieser Raum etwa zehn Meter hoch und beherbergte die Kapelle des Palastes, den Schatz, das Archiv und das Kanzleiwesen des Fürstentums. Im Erdgeschoss befand sich die Kapelle von San Giovanni, während der obere Saal die private Residenz des Fürstbischofs Federico Vanga beherbergte. Im 18. Jahrhundert wurde der aktuelle Boden hinzugefügt - wie man an dem halbierten Fenster an der Südwand erkennen kann - um eine Sakristei darunter und den Saal, in dem wir uns befinden, zu erhalten.
Wenn du durch die kleine Tür im Süden weitergehst, bleibt der Gang, den Vanga für die Überwachung der religiösen Zeremonien im Dom bauen ließ, noch begehbar. Von der Loggia, die zum Presbyterium hinüberblickt, kannst du versuchen, den Holzsaal zu visualisieren, der während des Konzils für die feierlichen Sitzungen gebaut wurde. Achtung, denn hier bedarf es etwas an Vorstellungskraft! Damals gab es noch keine gotische Krypta, daher lag der Boden des Presbyteriums etwa vier Meter höher. Um Platz für den neuen, beeindruckenden Hochaltar, inspiriert von dem in der Basilika St. Peter in Rom, zu schaffen, wurde um 1740 die Krypta abgerissen und der Boden abgesenkt.
Am Ende, neben der Apsis, befand sich ursprünglich die Arche des Heiligen Vigilius, ein marmorner Sarkophag aus dem 12. Jahrhundert, in dem die Reliquien des Heiligen aufbewahrt wurden, welcher jetzt in der frühchristlichen Basilika unterhalb des Doms verwahrt wird.