Trascrizione
Dieser und der nächste Raum beherbergen eine bedeutende Sammlung hölzerner Skulpturen, hauptsächlich bestehend aus Altarfragmenten aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Da es keine Werkstätten in Trient gab, die Altäre herstellten, wurden diese aus der Po-Ebene oder dem Deutsch-Tiroler Gebiet importiert, welche zwei unterschiedlichen künstlerischen Richtungen folgten.
Beispielhaft für den norditalienischen Stil der Po-Ebene ist das Altarretabel von Avio, das in diesem Raum ausgestellt ist, mit seinen Nischen, das heißt Fächer, die auf ein oder zwei Ebenen mit Heiligen um die zentrale Figur der thronenden Madonna herum angeordnet sind. Die trentinischen Gläubigen italienischer Sprache bevorzugten Altäre dieser Art.
Der zweite Stil hingegen, welcher von den deutschsprachigen Gemeinschaften bevorzugt wurde, zeichnet sich durch Seitentüren aus, was ausschlaggebend für seinen Namen ist. auf Deutsch Flügelaltar, "Altar mit Flügeln". Die mittlere Kassette, mit Statuen der Jungfrau oder der Schutzpatronen, wurde von zwei oder vier beweglichen Türen verschlossen, die auf der Außenseite bemalt und im Inneren in Relief verziert waren und an Feiertagen geöffnet wurden.
Ausgezeichnete Beispiele für Flügelaltäre sind in diesem Raum jener aus Fornatsche stammende - ursprünglich in Auftrag gegeben von einem Verwalter der Bruderschaft der Pflüger für die Kirche der Heiligen Peter und Paul in Trient - und in der Mitte des nächsten Raumes, das imposante Altarretabel aus Tassullo im Nonstal, mit kleinen Statuen der Märtyrer von Anaunia im Predella.
Die meisten dieser Werke wurden zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert entfernt, um Platz für das Tabernakel und den Thron am Hauptaltar zu machen - um die Eucharistie zu bewahren und den Einklang mit den neuen liturgischen Normen zu betonen, welche vom Konzil von Trient und von San Carlo Borromeo definiert wurden.