Trascrizione
Mit dem Abschluss der Arbeiten des Konzils begann in Europa eine Phase, die als Gegenreformation bekannt ist, in der die katholische Kirche bestrebt war, die in Trient festgelegten doktrinären Grundsätze zu bekräftigen. Die bildenden Künste wurden zu einem mächtigen Instrument, um die wichtigsten dogmatischen Fragen zu betonen, die von den Protestanten in Frage gestellt und vom Konzil einseitig gelöst worden waren: die Autorität der Kirche in der Auslegung der Heiligen Schrift, das päpstliche Primat und das Dogma der Transsubstantiation, also die tatsächliche Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi während der Eucharistie.
Der Künstler Paolo Naurizio, geboren in Valsugana, aber deutscher Abstammung, war der Maler, der in Trient die Anforderungen der nach konziliaren Kirche am besten interpretierte. Ausgebildet im venezianischen Umfeld, vor allem durch das Studium von Druckgrafiken, zeichnet sich sein Stil durch etwas düstere Bilder aus, die didaktisch darauf abzielen, die Dogmen der Kirche zu bekräftigen.
Betrachte zum Beispiel die Messe des heiligen Gregor, die in diesem Saal ausgestellt ist. Die dargestellte Episode greift eine mittelalterliche Legende auf, überarbeitet jedoch deren szenische Komposition, um zentrale Konzepte der tridentinischen Theologie zu vermitteln. Oben, in einem himmlischen Raum eingeschlossen, der vom Rest der Szene getrennt ist, sieht man die Vision des heiligen Gregor in der auch die Heiligen Petrus und Paulus anwesend sind, um das von den Protestanten geleugnete päpstliche Primat zu betonen. Im unteren Register, unter den Gläubigen und dem Klerus, sind auch die skelettartigen Seelen des Fegefeuers abgebildet. In offener Auseinandersetzung mit den Einwänden der Reformation sollte diese Komposition unterstreichen, dass sich zum Zeitpunkt der Weihe der Hostie und ihrer anschließenden Verwandlung in den Leib und das Blut Christi, die universale Kirche vereint: die triumphierende Kirche im Himmel, die kämpfende Kirche auf Erden und die leidende Kirche im Fegefeuer. Das gleichzeitige Vorhandensein der drei Register, obwohl getrennt, bekräftigte die feste Einheit zwischen dem Göttlichen, den Gläubigen und den Verstorbenen. Aus dieser Einheit und dem Schatz der Verdienste Christi und der Heiligen, konnten die Lebenden schöpfen - durch Gebete, Ablässe, Almosen und vor allem durch die Heilige Messe - um die Leiden der Seelen im Fegefeuer zu lindern.