Die Grabtafeln

Trascrizione

Die Tafelbilder, die du in diesem Saal findest, stammen aus der Kathedrale von San Vigilio, wo sie ursprünglich über den Gräbern ihrer bedeutenden Auftraggeber hingen. Diese Art von Bildern, bekannt als figurative Epitaphe, waren im deutschen Raum weit verbreitet und dienten dazu dem Verstorbenen zu gedenken, der kniend im Gebet zusammen mit seinen Schutzheiligen dargestellt wurde. Eine Inschrift begleitete üblicherweise das Gemälde, erinnerte an den Namen des Verstorbenen und bildete zusammen mit dem Grabmal ein organisches Ganzes. 

Leider ist nur eines dieser komplexen Gemälde vollständig bis zu uns gekommen, nämlich jenes, welches das Marmordenkmal von Udalrico von Lichtenstein, Fürstbischof von Trient von 1493 bis zu seinem Tod, schmückte. Das Werk, wahrscheinlich von einem nordischen Künstler gemalt, der von der venezianischen Malerei der Renaissance beeinflusst war, ist in drei übereinander liegende Tafeln unterteilt: im oberen Rahmen erscheint der ewig segnende Gott; im mittleren Abschnitt ist die Kreuzigung dargestellt, wobei Lichtenstein selbst, links kniend, von Heiligen begleitet wird; in der Predella unten halten zwei Engel das Epitaph, das daran erinnert, dass der Bischof das Gemälde im Jahr 1504, ein Jahr vor seinem Tod, in Auftrag gegeben hatte. 

Obwohl sie uns ohne erklärende Inschriften überliefert wurden, erfüllten auch die anderen beiden hier ausgestellten Tafeln sicherlich eine funerale Funktion. Beide Auftraggeber, nämlich der Kanoniker Georg Nothaft und der Fürstbischof Johannes Hinderbach, sind ihrer sozialen und religiösen Stellung entsprechend gekleidet und dargestellt. Sie knien neben ihren jeweiligen Wappen, während sie die Heiligen um Fürbitte vor Gott bitten.