Camera delle Armi

Trascrizione

Der Name des Raums ist auf die Wappen der Gonzaga zurückzuführen. Diese sind heute nicht mehr sichtbar, wurden aber ursprünglich – gemäß der von Giulio Romano anlässlich der Hochzeit zwischen Federico II und Margherita Paleòloga im Jahr 1531 entworfenen Dekoration – in den Lünetten an den Wänden dargestellt. Die Sala delle Armi – der Raum der Waffen – trägt diesen Namen, weil heraldische Zeichen häufig direkt auf den Schilden und Fahnen von Adeligen und Rittern abgebildet waren, um auf die Familienzugehörigkeit, den Titel und das Amt eines Individuums hinzuweisen. Das im Zentrum der Decke angebrachte Wappen gehörte Francesco III – dem Sohn von Federico II und Margherita – und seiner Frau Katherina von Österreich, die um 1549 den Umbau der Räume veranlassten.

In diesem Raum ist ein monumentaler Wandteppich ausgestellt, der ebenfalls nach einem Entwurf von Giulio Romano auf Wunsch von Federico II Gonzaga angefertigt worden ist. Das Sujet stammt aus einer klassischen Vorlage, den Imagines von Philostratos. Dargestellt ist eine von einem Satyr in einer üppig blühenden Naturlandschaft heimlich beobachte Nymphe inmitten von spielenden, streitenden und scherzenden Putten.

Dieses Werk ist das erste aus einer Serie von Wandbehängen aus der Werkstatt des Flamen Nicolas Karcher, die dem Thema der „Puttini“ gewidmet sind. Diese Arbeit ist auch eine Anspielung auf den der Stadt Mantua dank der Regierung der Gonzaga garantierten Wohlstand und zeigt – im Zentrum der beiden horizontalen Zierstreifen – die „Imprese“ oder die symbolische Darstellung von Plänen und moralischen Werten, die der Herzog zu Leitprinzipien seiner Herrschaft erklärt hatte. Zwei sind hier abgebildet: Der Salamander – vielleicht das bedeutendste Bildzeichen von Federico II – mit einer amourösen Bedeutung und der Olymp als Sinnbild für politische Treue.