Palazzo Liviano

Trascrizione

Der Palàzzo Liviàno verdankt seinen Namen dem großen römischen Historiker Tìtus Lìvius, der in Padua geboren wurde. Ursprünglich war das Gebäude der Sitz der Fakultät für Geisteswissenschaften und beherbergt heute die Schule für Human-, Sozialwissenschaften und Kultur, die Abteilung für Denkmalpflege sowie das Museum der Archäologie und Kunst.

Das Gebäude gilt als eine der größten Errungenschaften in der Entwicklung der Universität im 20. Jahrhundert und wurde von Giò Ponti entworfen, der sich an den Vorgaben einer öffentlichen Ausschreibung orientierte. So sollte „die Nachahmung vergangener Stile“ zugunsten eines „einfachen und ausgewogenen Ausdrucks moderner Kunst“ vermieden werden. Luxus sei erlaubt, die Würde des Gebäudes müsse aber ausschließlich auf den Einsatz „unbedingt notwendiger dekorativer Linien und Materialien“ zurückzuführen sein. 

Der Designer aus Mailand gestaltete nicht nur das Gebäude, sondern kümmerte sich auch persönlich um zahlreiche Einrichtungselemente wie Bänke, Schreibtische, Stühle und Garderobenständer. Pontis Interventionen im Rektorat des Palàzzo del Bò und im Palazzo Liviano verbinden diese beiden Gebäude – auch wenn sie räumlich getrennt sind.

Das große Fresko im Atrium wurde in einem öffentlichen Wettbewerb an Màssimo Campìgli vergeben, der als Reaktion auf das in der Ausschreibung vorgegebene Thema der Kontinuität zwischen der römischen und der modernen Kultur vorschlug, die Archäologie als Quelle der italienischen Kultur sowie als Kulturgut für Akademiker und das Volk darzustellen.

Bemerkenswert ist im Atrium auch die Statue von Tìtus Lìvius von Artùro Martìni aus dem Jahr 1942. Der römische Historiker ist in gebückter Haltung und nachdenklich dargestellt. „Ein Kind, das kniet und sein Leben lang schreibt", so die Beschreibung des Künstlers.