17. Das Gewächshaus der Trockengebiete

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Wir befinden uns hier im Gewächshaus der Trockengebiete. Welche Regionen fallen dir dazu ein? Glühend heiße Wüsten in Afrika oder auf der arabischen Halbinsel? Das ist richtig, aber auf unserem Planeten gibt es auch trocken-kalte Lebensräume wie die Wüste Gobi in der Mongolei.

In den – warmen oder kalten – Wüsten, wo es jahrelang keine Niederschläge und damit kein Wasser geben kann, halten sich nur die Überlebenskünstler unter den Pflanzen auf.

Du kennst sie als Fettpflanzen oder Sukkulenten. Sie haben eine Oberfläche entwickelt, die aus großen Zellen mit dickflüssigen Säften besteht, die Wasser speichern können. Bei einigen Pflanzen liegen die Wasserspeicher im Stamm – wie beim Kaktus – bei anderen in den Blättern – wie bei der Aloe.

Das Wunderbare dabei ist, dass man vergleichbare Anpassungen in allen Wüsten der Welt finden kann, auch wenn diese sehr weit voneinander entfernt sind. Was einmal funktioniert, funktioniert auch überall.

Hier zeigen wir dir zwei Beete mit Pflanzen aus unterschiedlichen Trockenbiomen: Amerika und Afrika. Versuch mal, die Gemeinsamkeiten zu finden.

Vielleicht findest du im Beet mit den amerikanischen Trockenpflanzen den „kriechenden Teufel“ oder die Stenocereus eruca, die wie alle Kakteengewächse einen grünen Stamm hat. Und die Blätter? Die sind zu Dornen reduziert, um den Wasserverlust zu begrenzen und sich gleichzeitig gegen Tiere verteidigen zu können.

Schau mal, wie viele unterschiedliche Formen die Dornen haben können: von ganz kurzen, die nur wenige Millimeter wachsen, bis zu langen, die mehrere Zentimeter groß werden, von weichen, die sich wie ein Pinsel anfühlen, bis zu harten mit geraden oder gebogenen Nadeln.

Suche im „afrikanischen“ Beet nach den „Lebenden Steinen“ aus der Gattung Lithops. Sie sind winzig, um nicht von der Sonne verbrannt zu werden. Du wirst sehen, dass nur zwei wulstige kleine Blätter aus dem Sand herausragen. Schau mal genau hin, siehst du die kleinen durchsichtigen Flächen? Dort tritt das Licht ein, dass unter der Erde die Photosynthese in Gang setzt. Diese Pflanzen sind fast unsichtbar und von den Steinen in ihrer Umgebung kaum zu unterscheiden. Das ändert sich nur in der Blütezeit, wenn sie die wenigen mutigen Bestäuber mit bunten Blüten, die doppelt so groß sind wie ihre Blätter, anlocken. 

Die Überlebensstrategie in der Wüste besteht darin, den Augenblick zu nutzen. Wenn es regnet, und nur dann, erwacht die Wüste zum Leben, und zwar nur für wenige Wochen. Aus Samen, die jahrelang auf diesen Moment warten, entwickeln sich und blühen in einem einzigartigen Naturschauspiel tausende kleiner krautartiger Pflanzen.