16. Das mediterrane Gewächshaus

Trascrizione

Das mediterrane Biom gehört zu den charakteristischsten Ökosystemen der gemäßigten Klimazonen. Dieses Biom, das die Landschaften am Mittelmeer kennzeichnet, findest du auch in der Kap-Region in Südafrika, in Kalifornien, im Südwesten Australiens und in Chile.

Die Pflanzen haben sich unglaublich gut an zwei Grundbedingungen dieses Bioms angepasst: das nahe Meer und den durch lange Trockenheitsperioden und hohe Temperaturen verursachten Stress.

Die Blätter sind daher pelzig oder hart und lederartig oder auf Dornen reduziert. Das sind alles Strategien, um den Verlust von verdunstendem Wasser und mögliche Schäden durch die ultraviolette Strahlung einzudämmen.

Wenn wir an die Küsten des Mittelmeers denken, können wir uns diese Landschaft nur mit Feigenbäumen, Weinstöcken, Zitruspflanzen und Olivenbäumen vorstellen. Der Olivenbaum ist die älteste von Menschen kultivierte Pflanze in dieser Region. Er wird seit mehr als 5000 Jahren landwirtschaftlich genutzt und trug zur Entwicklung des Stadtstaats Athen bei. Das Öl ist ein wertvolles Lebensmittel, das die Griechen in der Antike in den ganzen Mittelmeerraum exportierten – und dafür bauten sie Schiffe und stellten Amphoren als Transportgefäße her, entwickelten eine Währung für den Warenaustauch und errichteten Häfen und Straßen, kurz gesagt: eine ganze Zivilisation.

Eine andere mediterrane Nutzpflanze ist die Korkeiche. Die Entdeckung des Verschlussmechanismus für Weinflaschen mit Korken wird dem französischen Mönch Dom Perignon zugeschrieben, der zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert lebte. Die Rinde dieses Baumes ist sehr dick – eine Entwicklung der Evolution, um sich verteidigen zu können. Sie schützt den Baum auch vor Feuer – und Waldbrände sind in dieser Region nicht selten. Um den Kork nutzen zu können, werden aus dem lebenden Baum Stücke der Rinde herausgeschnitten, was zu Vernarbungen führt, ohne jedoch bleibende Schäden zu verursachen. Der erste auf diese Weise gewonnene Kork heißt „männlicher“ Kork und ist im Vergleich zum später gewonnenen „weiblichen“ Kork von geringerer Qualität. Von einer Ernte zur anderen können auch schon mal zehn Jahre vergehen. Für die Herstellung eines Korkens muss man daher viel Geduld mitbringen!