Trascrizione
Die acht Gemälde, die an dieser Wand gruppiert sind, gehören zu zwei Zyklen mit biblischem Thema, welche von Francesco Fontebasso gemalt wurden, einem renommierten Vertreter der venezianischen Malerei im Rokoko, während seiner Aufenthalte in Trient. Geboren in Venedig im Jahr 1707, wurde der Künstler in der renommierten Werkstatt des Malers Sebastiano Ricci ausgebildet und perfektionierte seine Fähigkeiten später in Rom und Bologna.
Bei seiner Rückkehr in die Heimat wurde Fontebasso durch den Einfluss von Giambattista Tiepolo dazu gebracht, leuchtende Farben mit klaren Tönen zu verwenden, die durch kräftige Pinselstriche und das Sonnenlicht belebt wurden. Gerade diese Tiepolo ähnlichen Akzente in seiner Malerei, sowie seine kompositorischen Fähigkeiten, sicherten dem Künstler einen gewissen Ruf an den europäischen Höfen, die ihn als eine durchaus valide Alternative zu seinem teureren und gefragteren Landsmann betrachteten.
Fontebasso’s erster Aufenthalt in Trient datiert aus dem Jahr 1736 , als er in die Stadt gerufen wurde, um die Decken der Kirche dell'Annunziata im Auftrag der gleichnamigen Bruderschaft zu fresken. Bei dieser Gelegenheit schuf der Künstler auch die vier Gemälde auf der linken Seite, die Geschichten des Alten Testaments darstellen und stilistisch von den Fresken inspiriert sind, welche Tiepolo etwa zehn Jahre zuvor in Udine geschaffen hatte. Insbesondere die ersten beiden, hier Darstellungen von Episoden aus dem Leben Abrahams aus der Genesis, sind beispielhaft für die chromatische Lebendigkeit, die sonnige Helligkeit und die dynamische räumliche Komposition, was typisch für Fontebasso ist.
Der Künstler kehrte um 1759 nach Trient zurück, um neunzehn Leinwände mit Geschichten des Alten Testaments im Auftrag des Fürstbischofs Francesco Felice Alberti d'Enno für das Castello del Buonconsiglio zu malen. Während dieses zweiten Aufenthalts in Trient schuf Fontebasso auch die vier Werke auf der rechten Seite, welche hingegen dem Neuen Testament entnommen sind. Hier dominieren verstärkter Plastizismus und die Hell-Dunkel-Kontraste seiner reiferen Phase.