Trascrizione
Die vier hier ausgestellten Gemälde gehören zu den letzten Werken von Andrea Pozzo, einem Maler und Architekten aus dem Trentino, der dem religiösen Orden angehörte, der am meisten zur Verbreitung der Anliegen der Gegenreformation beitrug: dem der Jesuiten. Diese wertvollen Gemälde wurden 1708 für die Kirche San Francesco Saverio in Trient geschaffen und stellen den Höhepunkt von Pozzos Karriere dar. Ausgebildet in Mailand, erlangte der Künstler Bekanntheit durch seine außergewöhnlichen perspektivischen Fähigkeiten, die bereits auf der hier ausgestellten kleinen Jugendleinwand sichtbar sind, einem Modell für ein größeres Gemälde, das sich in der Kirche San Francesco di Paola in Mailand befindet. Sein Ruhm führte ihn nach Rom, wo er sein bekanntestes Werk hinterließ: die Fresken der Decke und die Scheinkuppel der Kirche Sant’Ignazio. Der Maler zog dann nach Wien, wo er seine Karriere im Dienst von Kaiser Leopold dem Ersten abschloss.
Mehr als die heiligen Geschichten sind die monumentalen Architekturen die Hauptdarsteller dieser Bildnisse. Die von Pozzo selbst entworfene Darstellung im Tempel spielt in einem Innenraum, welcher dem der Kirche San Francesco Saverio in Trient entspricht. Das letzte Abendmahl hingegen erinnert an die Meisterschaft des Künstlers in der Schaffung der sogenannten "heiligen Theater", szenische Darstellungen der Passion Christi, die während der Karwoche in den Kirchen inszeniert wurden, um religiöse Lehren auf lebendige und eindringliche Weise zu vermitteln. Der Christus in Bethanien und das Martyrium einer Heiligen heben sich als echte „Capricci“ hervor, also immense Szenen klassischer Ruinen, in die die Hauptszenen eingefügt sind. Indem sie nostalgisch die Zeit herauf beschwören, in der das Christentum über die Überreste des Römischen Reiches triumphierte, spiegelten die Gemälde den Kampf der Jesuiten gegen die protestantische Häresie wider.