Trascrizione
Giuseppe Alberti, Maler, Architekt und Priester, wurde 1640 in Cavalese geboren und gilt als einer der bedeutendsten barocken Künstler des Trentino. Ausgebildet in Rom und Venedig, bildete sich um seine Persönlichkeit im Fleimstal und in Südtirol eine lebhafte Künstlergemeinschaft, die zur Entstehung einer Art lokaler Malschule führte.
Im Fürstbistum Trient arbeitete der Künstler dank des Mäzenatentums der Bischöfe Sigismondo Alfonso Thun und Francesco Alberti Poja an den wichtigsten Baustellen seiner Zeit, nämlich der Kreuzkapelle im Dom und dem Ausbau des Magno Palazzo im Castello del Buonconsiglio, der sogenannten „albertianischen Erweiterung“.
Hier kannst du die Ekstase des Heiligen Vigilius betrachten, ein Gemälde, das von Thun für seine Privatkapelle im Castello del Buonconsiglio in Auftrag gegeben wurde. Im Einklang mit den dramatischen und berührenden Tönen der sakralen Malerei dieser Epoche zeigt das Werk den Schutzheiligen der Diözese, Vigilius, in ekstatischer Haltung und gehüllt in ein prächtiges Pluviale. Vigilius wurde im 4. Jahrhundert von Ambrosius zum Bischof von Trient bestätigt und soll der Überlieferung nach von der heidnischen Bevölkerung des Val Rendena mit Hufeisen getötet worden sein, die daher zu ikonografischen Attributen seines Martyriums wurden. Im Gemälde sind sie von kleinen Engeln gehalten, zusammen mit der Palme. Die Leinwand zeigt auch ein „Bild im Bild“, ein barockes Stilmittel, welches dem Künstler ermöglicht, in einem einzigen Bild die Ekstase des Bischofs mit der Vorwegnahme seines Martyriums zu verbinden.