Trascrizione
Hier ist ein Weg, der zum Weißhorn führt. Vorher hast du aus der Ferne einen Blick auf seine wunderbare Farbe geworfen, die von den Felsen der Dolomiten herrührt. Stell dir vor, dass das Weißhorn das Dach eines Hauses ist: Die Bletterbachschlucht wäre sein Fundament. Um zu verstehen, warum das Dach so schön ist, muss man zuerst ein paar Dinge über den Keller wissen.
Vor etwa 280 Millionen Jahren traten aus der Erdkruste massive Ströme glühender Magma aus. Sie erstarrten zu der so genannten Bozner Porphyrplatte, einer großen, sehr großen Platte aus Quarzporphyr, d.h. einem dunklen, violett-rötlichen Gestein mit einer feinen Körnung, in das größere helle Kristalle eingelagert sind.
Im Laufe der Zeit hat sich das Klima verändert und auf dem Porphyr haben sich ziegelroter Schlamm und Sand angesammelt. Diese Sedimente sind zu dem geworden, was wir Grödner Sandstein nennen.
Die Tatsache, dass die Farbe unterschiedlich ist, ist wichtig: Denn die Felsen verändern ihr Aussehen gemäß den Umweltbedingungen, die auf sie einwirken. Jene auf dem Meeresboden, unterscheiden sich zum Beispiel stark von denen in einem Fluss. Dies hilft den Geologen, sie zu unterscheiden, zu katalogisieren und die Umwelt- und Lebensbedingungen zu rekonstruieren, in denen die Gesteine abgelagert worden sind.
Später wurde dieses Gebiet, in dem all das passierte, mit Meerwasser bedeckt: Es bildeten sich seichte Lagunen, deren Meeresboden sich in kalkhaltige Sedimente und geschichtete Ablagerungen verwandelte, die reich an Fossilien jener Lebewesen sind, die diese Lagunen bewohnten. Geologen nennen sie Bellerophon- bzw. Werfener Schichten.
In jüngerer Zeit (auch wenn wir immer noch von vor Hunderten von Millionen Jahren sprechen) hat sich auf diesen Sedimenten schließlich ein völlig neues Gestein abgesetzt: Die Contrin-Formation, über die wir in den vertiefenden Informationen ausführlicher sprechen.